101 - Einführung

Herzlich Willkommen zur Ausstellung Schwitters. Grenzgänger der Avantgarde!
Kurt Schwitters zählt zu den wichtigsten Vertretern der Avantgarde im 20. Jahrhundert. Sein Werk prägte Generationen von Künstler:innen. Schwitters war ein Grenzgänger und ein Individualist, der zu verschiedenen Kunstströmungen Kontakt pflegte, so etwa zum Dadaismus und zum Konstruktivismus.
Seine Methode nennt er «Merz»:
«Merz ist ein Standpunkt, den jeder benutzen kann. Von diesem Standpunkt aus kann er nicht nur die Kunst, sondern alle Dinge, mit einem Wort die Welt betrachten.»
Mit «Merz» verfolgt Schwitters das Ziel, Alltägliches in Kunst zu verwandeln und einer chaotischen, instabilen Welt eine harmonische Ordnung entgegenzusetzen. Nach dem Ersten Weltkrieg verkörpert Schwitters damit den Geist von Freiheit und künstlerischem Neubeginn aus den Trümmern der Vergangenheit. Aussergewöhnlichstes Zeugnis für seine «Merz-Methode» ist der Merzbau. Er entstand in einem Wohnhaus in Hannover und ist in der Ausstellung als Rekonstruktion zu sehen.
Kurt Schwitters Schaffen ist äusserst vielseitig: Er ist Maler, Collage- und Installationskünstler, Grafiker und Typograf, Herausgeber von Zeitschriften, Schriftsteller, Dichter und Performer. Im Zentrum seines Weltbilds steht das Prinzip der Collage – die Idee, durch Sammeln, Zusammenfügen und Verwandeln von Dingen, Bildern und Wörtern Kunst zu schaffen.
Vom NS-Regime als «entartet» diffamiert, lebt Schwitters ab 1937 in Norwegen und England im Exil. Dort ist er isoliert und führt ein prekäres Leben. Trotzdem setzt er seine Arbeit fort. Sein spätes Werk zeigt eine erstaunliche künstlerische Widerstandskraft und eine ungebrochene Experimentierfreude. Dabei sind künstlerische Utopie und menschliche Tragödie eng miteinander verbunden.
Wir wünschen Ihnen einen spannenden Rundgang!