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Kurt Schwitters

102 - Biografie, 1924/25

El Lissitzky, Porträt von Kurt Schwitters,

bpk / Sprengel Museum Hannover

Kurt Schwitters

Kurt Schwitters kommt 1887 in Hannover zur Welt. Seine Eltern sind gutbürgerliche Geschäftsleute, die ein Damenmodegeschäft betreiben. Schon im Alter von vier Jahren wird bei ihm eine Nervenkrankheit diagnostiziert. Nach dem Abitur studiert er an der Kunstgewerbeschule in Hannover. Ein Jahr später wechselt er an die Akademie der Künste in Dresden und erhält dort eine klassische Malereiausbildung.

Ab 1911 beteiligt Kurt Schwitters sich an Ausstellungen. 1915 heiratet er Helma Fischer und bezieht mit ihr eine Wohnung im Haus seiner Eltern. Da Schwitters als untauglich für den Krieg erklärt wird, macht er einen Hilfsdienst in einem Eisenwerk in Hannover. Gleichzeitig beginnt er, sich mit modernen Tendenzen der Kunst auseinanderzusetzen. In den folgenden Jahren lernt er zahlreiche Vertreter:innen der Moderne kennen: Er ist mit Hannah Höch, Hans Arp, El Lissitzky und Theo van Doesburg befreundet; und er ist bekannt mit Vertreter:innen des Bauhauses, der holländischen Gruppe De Stijl sowie der Berliner Dada-Gruppe.

1918 wird Kurt Schwitters Kind Ernst geboren. Ab 1919 verwendet er den Begriff «Merz» für alle Aspekte seines Schaffens. Er malt und collagiert Bilder im Stil des Dadaismus – später als geometrisch-abstrakte Kompositionen. Der Künstler verfasst Gedichte und andere Texte und tritt mit «Merzabenden» auf – einer Mischung aus Vorlesung und Performance. Vermutlich beginnt er in den frühen 1920er-Jahren mit der Arbeit am Merzbau, an dem er bis zu seiner Flucht 1937 weiterarbeitet. Ab 1924 widmet er sich vermehrt der Typografie und der Werbung und gründet die «Merz-Werbezentrale». Ab 1930 hält sich Schwitters mit Frau und Sohn regelmässig während der Sommermonate in Norwegen auf. Er ist Mitglied verschiedener Gruppierungen abstrakter Kunstschaffender von Hannover bis Paris. 

Sein Schaffen wird ab 1933 von den Nationalsozialisten als «entartet» bezeichnet. 1937 emigriert er nach Norwegen. Nach dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht flüchtet er mit seinem Sohn Ernst weiter nach England. Hier ist er zwischen 1940 und 1941 als feindlicher Ausländer interniert. Nach der Freilassung lebt er in London. Hier erfährt er 1944 vom Tod seiner Frau Helma, die er seit 1939 nicht mehr gesehen hat. 1945 zieht er in den englischen Lake District. Dort stirbt er 1948.