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Kurt Schwitters

118 - Ohne Titel (Porträt Mabel Elliott Taylor), 1938

Öl auf Holz, 60,7 x 49,7 x 0,4 cm

Sprengel Museum Hannover, Leihgabe Kurt und Ernst Schwitters Stiftung, Hannover, seit 2001

Kurt Schwitters, Ohne Titel (Porträt Mabel Elliott Taylor)

In seiner Exil-Zeit in Norwegen und England ab 1937 widmet sich Kurt Schwitters vermehrt der Porträt- und der Landschaftsmalerei. Sein offenes und kontaktfreudiges Wesen erleichtert ihm den Zugang zu den unterschiedlichsten Menschen. Er verkauft Bilder an Touristinnen und Touristen in der Gegend von Molde. Leute aus der Gegend gewinnt er als Auftraggeber:innen für Porträts. In Briefen an seine alten und neuen Bekannten versucht er Werke zu vermitteln und Aufträge für Porträts zu erhalten. 1938 schreibt er in einem Brief:

«Vielleicht kennen Sie jemand, der Porträt in naturalistischer Manier haben möchte, das kann ich gut und ähnlich ausführen, und wenn ich mehrere Porträtaufträge hätte, könnte ich meine Reise finanzieren.»

In diesem Porträt malt Schwitters Mabel Elliott Taylor. Es existiert sogar eine Schwarzweissfotografie, die den Maler im weissen Kittel sitzend vor der Staffelei zeigt, auf der das fast vollendete Porträt steht. Rechts neben der Staffelei sitzt Mabel Elliott Taylor mit einer Decke über den Beinen. Sie trägt tatsächlich eine gestreifte Bluse unter einem kurzarmigen Jäckchen. Ob die Bluse wirklich so bunt gestreift war, lässt die Fotografie nicht erkennen. Die Fotografie können Sie in der Ausstellung als Projektion sehen! Schwitters malt Mabel Elliott Taylor vollkommen naturalistisch. Die Farben sind natürlich, der Blick der Dame leicht zur Seite gerichtet, wie oft in den Porträts von Schwitters. Der Maler zeigt hier kein Interesse an einer modernen Gestaltung. Vielmehr malt er das Porträt in Auftrag, um damit Geld zu verdienen.


Kurt Schwitters porträtiert Mabel Elliott Taylor.