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Paul Klee

01 - Kinderbildnis, 1908

Aquarell auf Papier, 29,9 x 23,4/24,2 cm

Zentrum Paul Klee, Bern, Schenkung Livia Klee

Paul Klee, Kinderbildnis

1908 malt Paul Klee ein Porträt seines kleinen Sohnes Felix. Auf Vorder- und Rückseite desselben Papiers fertigt er das gleiche Motiv. Eines davon streicht er mit einem Kreuz durch und notiert «ungültig» auf dem Blatt.

Eine Schwarz-Weiss-Fotografie von Oktober 1908 zeigt Felix als Baby in einem Kinderwagen. Das Foto entstand im Garten von Klees Elternhaus am Obstbergweg 6 in Bern. Dieses Foto dient Klee als Vorlage. Im Aquarell übersetzt er das Spiel von Licht und Schatten des Fotos ins Malerische.

Klee scheint mit dem ersten Versuch unzufrieden. Er streicht es mit einem Kreuz durch und notiert «ungültig» auf dem Blatt. Auf der anderen Seite – der heutigen Vorderseite, die er in sein Werkverzeichnis aufnimmt – malt er das gleiche Motiv nochmals. 

Klee war nicht an einer exakten Kopie der Fotografie interessiert. Das gültige Bild ist weniger nah an der fotografischen Vorlage und betont dafür stärker die Hell-Dunkel-Kontraste. Am Kinderbildnis lässt sich Klees dynamischer Schaffensprozess bildhaft nachvollziehen.