Paul Klee
04 - Ohne Titel (Fünf schiessende Soldaten), um 1915
Feder auf Papier, 22,6 x 28,8 cm
Zentrum Paul Klee, Bern, Museumsstiftung für Kunst der Burgergemeinde Bern

Wie die meisten Eltern ist auch Paul Klee ein grosser Fan der «Kunstproduktion» seines Sohnes Felix. Das Kind malt teils auf Blättern, die auf der anderen Seite bereits vom Vater bearbeitet wurden. Ob Felix’ farbintensives Aquarell Ohne Titel (viel Glück, der Pfeil) die Vorder- oder Rückseite ist, bleibt unklar.
Es gibt eine Reihe von Werken aus den Jahren 1907 bis 1915 bei denen die Zuordnung von Vorder- und Rückseite nicht abschliessend geklärt ist. Klee hat diese Arbeiten nicht in seinen Œuvrekatalog aufgenommen und nicht auf Karton montiert.
Ein Beispiel ist das Blatt deren eine Seite eine Zeichnung von Klee zeigt – Ohne Titel (Fünf schiessende Soldaten) (um 1915) – die andere ein Aquarell seines Sohnes Felix.
Die Schilderung einer Begebenheit verdeutlicht Klees Wertschätzung für Felix’ Kunst. Der befreundete Schriftsteller Alfons Rosenberg soll im Auftrag einer Stickerei-Werkstatt bei Klee eine Vorlage abholen. Stattdessen erhält er ein Werk von Felix! Erst beim zufälligen Umdrehen entdeckt Rosenberg auf der Rückseite die Zeichnung mit Soldaten im Schützengraben von Klee, die er während des Ersten Weltkriegs angefertigt hatte.
Der Kontrast zwischen Kriegsdarstellungen auf der einen und der hoffnungsvollen Aufschrift «Viel Glück» auf der anderen Seite des vorliegenden Beispiels verleiht dem Blatt eine vielschichtige, möglicherweise ironische Bedeutung.