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Paul Klee

08 - tierpflegerin, 1928

Feder, Pinsel und Aquarell auf Papier auf Karton, 33,1 x 38,4 cm

Zentrum Paul Klee, Bern

Paul Klee, tierpflegerin

Die durch das Blatt scheinende Vorversion zur Darstellung der Tierpflegerin (1928) wird von Paul Klee einfach unter einem dominanten dunklen Farbfleck versteckt.

Klees Tierpflegerin ist eigentlich nur durch den gegebenen Titel als weiblich zu identifizieren. Die Gestalt selbst ist eher androgyn. Sie hat einen buschigen Haarschopf, den Klee grob in grau-brauner Aquarellfarbe um den Kopf drapiert. Auf ihrem Arm hält sie ein Ferkel, die Muttersau sitzt zu ihrer Linken.

Umso weiblicher sind die Rundungen der Figur, die deutlich durch das dünne Papier von der Rückseite scheint. Es ist erstaunlich, dass Klee das Durchschimmern in Kauf nimmt und das Blatt dennoch weiterverwendet. Statt die Komposition der rückseitigen Darstellung aufzunehmen, wie er es in anderen Fällen oft tat, übermalt er sie grob mit schwarzen und braunen Flecken. 

In der Gesamtkomposition der Tierpflegerin erscheinen diese Übermalungen etwas eigenwillig, machen aber auch den besonderen Charme des Werkes aus.