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Paul Klee

09 - ein tier bald wieder heiter, 1940

Kreide auf Papier auf Karton, 20,9 x 29,5 cm

Zentrum Paul Klee, Bern

Paul Klee, ein tier bald wieder heiter

Eine ganze Reihe von Zeichnungen aus Paul Klees letzten Schaffensjahren ist rückseitig grossflächig mit Kleisterfarbe bemalt. Der auf der Vorderseite durchscheinende Farbauftrag ist der Hintergrund für die für sein Spätwerk charakteristischen reduzierten Zeichnungen.

Klees Kunstproduktion steigt in den Jahren 1938 bis 1940 enorm. Teils entstehen über 1 000 Werke in einem Jahr. Ein Grossteil sind einfache Bleistift- oder Federzeichnungen. Dabei ist eine Vereinfachung und Konzentration auf wenige Gestaltungsmittel in seinem Werk erkennbar.

Bei etwa zwanzig Arbeiten nutzt Klee bewusst die Bearbeitung der Rückseiten, um einen gewünschten Effekt auf der Vorderseite zu erzeugen. Er mischt Kleisterfarbe mit Caput mortuum – ein violettstichiges rotes bis braunes Eisenoxid – und bemalt die Rückseite damit grossflächig.

Der auf der Rückseite kräftig rotbraune Farbauftrag erzeugt auf der Vorderseite einen feinen zartrosa bis violetten Hintergrund für seine Zeichnungen. Beispiele dieses Vorgehens sind hier zu sehen.