Paul Klee
12 - Katze und Vogel-Scherzo, 1920
Feder und Bleistift auf Papier auf Karton, 26,2 x 14,8 cm
Zentrum Paul Klee, Bern

Durch das Papier von Katze und Vogel-Scherzo (1920) schimmern Linien einer Skizze auf der Rückseite des Blattes. Die Spuren der Rückseite verschmelzen mit der Vorderseite zu einer kompositorischen und motivischen Einheit.
Auf der Vorderseite von Katze und Vogel-Scherzo sind zwei Katzen und zwei Vögel deutlich zu sehen. Das Papier lässt die Zeichnung einer stehenden Figur auf der Rückseite des Blattes erkennen.
Die scharfen Krallen des Vogels am Boden überlagern die Form menschlicher Zehen, die von der Rückseite durchscheinen. Anstatt die Komposition zu stören, fügen sie sich nahtlos ein und eröffnen ein neues Bedeutungsfeld: Den Dialog von Tierischem und Menschlichem sowie Bewegung und Statik.
Katze und Vogel-Scherzo verwendete Klee als Vorzeichnung für die Ölpause Katze und Vogel (Doppelscene) (1920). Bereits 1973 machte Jürgen Glaesemer, damaliger Kurator der Paul-Klee-Stiftung, auf das Phänomen von beidseitig bearbeiteten Werken bei Klee aufmerksam. Er merkte an, dass gerade bei Vorzeichnungen zu Ölpausen häufig rückseitige Skizzen zu finden sind. Als Beispiel führte er das hier genannte Werk an.