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Paul Klee

14 - Mister Sol, 1919

Ölpause auf Papier , 27,2 x 19,6 cm

Privatbesitz

Paul Klee, Mister Sol

In diesem Werk stehen sich auf Vorder- und Rückseite die Darstellung des Mister Sol (1919) und ein Selbstporträt des Künstlers gegenüber. Die beiden Figuren entstehen im Pausverfahren und sind einerseits sehr unterschiedlich, andererseits eng verbunden.

Die beiden Darstellungen sind das Ergebnis eines von Klee entwickelten Pausverfahrens. Die Bleistiftzeichnung auf der heutigen Rückseite entsteht zuerst. Das Blatt wird dann auf ein mit schwarzer Ölfarbe grundiertes Papier gelegt. Mit einer Nadel und leichtem Druck zeichnet Klee die Linien nach. Auf diese Weise erscheint die Vorzeichnung spiegelverkehrt auf der Vorderseite.

Klee verändert das Bild jedoch. Er zeichnet Linien, wo in der Bleistiftzeichnung keine sind. So wird aus dem Selbstbildnis der Mister Sol mit der rotierenden Sonne an der Nasenwurzel. Mister Sol ist kein traditioneller Sonnengott. Die Darstellung ist ein konturloses Gesicht mit sanftem Lächeln, dessen eine Pupille zum Himmel, die andere zur Erde gerichtet ist. Mit der Bezeichnung «Mister» verortet Klee ihn jedoch eher im Irdischen als bei den himmlischen Göttern.

Genaugenommen beruht bereits das Selbstbildnis der Rückseite auf einer Vorversion. Für das Selbstbildnis orientierte sich Klee an der Zeichnung Versunkenheit (1919). Die hier gezeigte Präsentation veranschaulicht Klees Werkprozess.