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Paul Klee

16 - es dämmert, 1939

Aquarell auf Fahnentuch auf Karton, 58 x 50 cm

Privatbesitz Schweiz, Depositum im Zentrum Paul Klee, Bern

Paul Klee, es dämmert

Vermutlich in dem Bestreben das Œuvre seines Vaters mit möglichst vielen Werken zu präsentieren, nahm Felix Klee nach dem Tod seines Vaters teils drastische Massnahmen vor. Beidseitig bearbeitete Werke, deren Bildträger es zuliessen, wurden getrennt – aus einem Werk werden zwei.

Klees Sohn Felix übernimmt ab 1953 die Pflege des Nachlasses seiner verstorbenen Eltern. Alte Karteikarten zeugen von seinem Engagement. So wissen wir etwa, dass Felix den Basler Restaurator Max Ludwig über Jahre immer wieder beauftragte. Teils nur um Tafelbilder neu zu rahmen – in manchen Fällen aber um die physische Trennung von beidseitig bearbeiteten oder übereinanderliegenden Werken zu veranlassen.

Diese «Halbierungen» geschehen zwischen 1961 und 1967. Aus ursprünglich zehn Werken werden zwanzig. So waren ehemals es dämmert und Ohne Titel (Schwarzes Herz und schwarzer Baum) (beide 1939) zusammengehörig.

Heute wird dieses Vorgehen kritisch betrachtet. Zum einen wird eine von Klee verworfene Rückseite zum eigenständigen Werk erhoben. Zum anderen können, ohne das Wissen um die original zugehörige Rückseite, mögliche inhaltliche Bezüge und Deutungsdimensionen verlorengehen.