Paul Klee
5 - halbakt, archaisierender weibl., 1907
KEIN TAG OHNE LINIE

Hier hat Paul Klee gleich mehrere kleine Zeichnungen auf einen Karton aufgeklebt. Es sind alles Figuren, die mehr oder weniger menschlich daherkommen. Bei den drei untersten Zeichnungen merkt man, wie gut Klee den menschlichen Körper kennt. Gleichzeitig verzerrt er ihn aber auf groteske Weise. In der Zeichnung in der Mitte oben zeichnet Klee ganz anders. Diese Figur ist von Symmetrien geprägt. Sie hat auch etwas Ornamentales – die Linien basieren auf geometrischen oder pflanzlichen Formen. Dies kannte Klee vom Jugendstil. Dieser war insbesondere in München während seiner Ausbildung angesagt. 1908 hält Klee fest: «Ich finde aus der Sackgasse des Ornaments, wo ich mich 1907 eines Tages befand, endlich hinaus!»