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Kurt Schwitters (1887–1948) zählt zu den wichtigsten Vertreter:innen der Avantgarde im 20. Jahrhundert. Sein Werk prägt Generationen von Künstler:innen. Schwitters war ein Grenzgänger und ein Individualist, der zu verschiedenen Kunstströmungen Kontakt pflegte, so etwa zum Dadaismus und zum Konstruktivismus. 

Seine Methode nennt er «Merz»: Damit verfolgt Schwitters das Ziel, Alltägliches in Kunst zu verwandeln und einer chaotischen, instabilen Welt eine harmonische Ordnung entgegenzusetzen. Nach dem Ersten Weltkrieg verkörpert Schwitters damit den Geist von Freiheit und künstlerischem Neubeginn aus den Trümmern der Vergangenheit.

Sein Schaffen ist äusserst vielseitig: Schwitters ist Maler, Collage- und Installationskünstler, Grafiker und Typograf, Herausgeber von Zeitschriften, Schriftsteller, Dichter und Performer. Im Zentrum seines Weltbilds steht das Prinzip der Collage – die Idee, durch Sammeln, Zusammenfügen und Verwandeln von Dingen, Bildern und Wörtern Kunst zu schaffen.

Vom NS-Regime als «entartet» diffamiert, lebt Schwitters ab 1937 in Norwegen und England im Exil. Dort ist er isoliert und muss ein prekäres Leben führen. Trotzdem setzt er seine Arbeit fort. Sein spätes Werk zeigt eine erstaunliche künstlerische Widerstandskraft und eine ungebrochene Experimentierfreude, wobei künstlerische Utopie und menschliche Tragödie eng miteinander verbunden sind.

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