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8. «Merzzeichnungen» II: Unsicherheit und Isolation

Die «Merzzeichnungen» der 1930er-Jahre von Kurt Schwitters entstehen in einer Zeit voller Brüche. Mit der Errichtung des NS-Regimes im Jahr 1933 verliert Schwitters seine Existenzgrundlage. Seine Werke gelten als «entartet» und viele seiner Freunde und Kollegen müssen emigrieren. Die Unsicherheit spiegelt sich in den Werken. Sie sind weniger verspielt als früher, strenger und konzentrierter. Die Formate werden kleiner und kompakter. Norwegische Schriftzüge und Begriffe tauchen auf. Um auch unterwegs künstlerisch arbeiten zu können, transportiert Schwitters seine Arbeitsmaterialien in einer Reisetruhe. Diese verwandelt er selbst zu einem Collage-Kunstwerk.

Hintergrund: Aufgrund der politischen Veränderungen verliert Schwitters seine Anstellung als Typograf bei der Stadt Hannover und seine kommerziellen Aufträge. Ausstellungen sind nicht mehr möglich und auch der Verkauf seiner Werke kommt zum Erliegen. Schwitters zieht sich aus dem künstlerischen Leben in Deutschland zurück und richtet seinen Blick ins Ausland. Er reist in die Niederlande und in die Schweiz, wo seine Kunst weiterhin auf Interesse stösst. Mit seiner Familie verbringt er die Sommermonate in Norwegen, wo er Landschaftsbilder und Porträts malt und dafür auch Käufer findet. In der nationalsozialistischen Wanderausstellung Entartete Kunst ab 1937 werden Schwitters und Paul Klee als Hauptvertreter des Dadaismus dargestellt.

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