Kurt Schwitters
111 - Motif : déplacements, 1930
Huile sur toile, 80,4 x 66,2 cm
Sprengel Museum Hannover, prêt de Kurt und Ernst Schwitters Stiftung, Hannover, seit 2001

Dieses Ölgemälde von 1930 zeigt deutlich in welche Richtung Kurt Schwitters’ «Merz-Kunst» sich am Ende der 1920-Jahre entwickelt. Das Werk wirkt wie eine Collage aus verschiedenen farbigen Flächen. Es ist jedoch ausschliesslich in Öl gemalt. Schwitters komponiert das Werk aus unregelmässigen eckigen Flächen. Sie variieren farblich von den Primärfarben Rot, Gelb und Blau über Beigetöne zu Schwarz und Weiss. Daraus entsteht eine sehr bewegte Komposition aus scheinbar sich überlagernden Flächen. 1926 formuliert Schwitters:
«Das Wichtigste beim Bilde ist der Rhythmus, in Linien, Flächen, Hell und Dunkel, und Farben; kurz, der Rhythmus der Teile des Kunstwerks, des Materials. Am klarsten wird der Rhythmus im abstrakten Kunstwerk.»
Bereits zu Beginn der 1920er-Jahren knüpft Schwitters Kontakte zu verschiedenen Kunstschaffenden der abstrakt-geometrischen Malerei. Er kennt Theo van Doesburg, ein Vertreter der holländischen De Stijl-Gruppe. Dieser organisiert 1922 in Weimar den Kongress der Konstruktivisten und Dadaisten als Versuch, eine einheitliche Avantgarde zu erreichen – was jedoch scheitert. Schwitters nimmt an diesem Kongress teil. Dadurch lernt er Konstruktivisten wie El Lissitzky oder László Moholy-Nagy kennen. Ab Ende der 1920er-Jahre ist er Mitglied der Gruppe «die abstrakten hannover», ab 1929 bei der Gruppe «Cercle et Carré» in Paris. Und ein Jahr später schliesst er sich der Gruppe «Abstraction – Création» an. Alle diese Gruppierungen widmen sich der abstrakten Kunst.
Schwitters verbindet mit ihnen die Suche nach einer «elementaren Kunst». Das führt bei ihm, wie er selbst erwähnt, zu grösserer Strenge, Vereinfachung und allgemeinerem Ausdruck. Meist sind seine abstrakten Werke immer noch Collagen, aber die erkennbaren Alltagsgegenstände, der Müll der Zeit, fehlen weitgehend. Schwitters hält sich aber fern von einem dogmatischen Konstruktivismus oder einem politischen Dadaismus.