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Residência Odette Monteiro

1945–1948, Corrêas
Heute: Fazenda Marambaia
Landschaftsarchitektur: Roberto Burle Marx
Architektur: Wladimir Alves de Souza

Burle Marx gestaltet viele Gärten für wohlhabende Einwohner:innen Rio de Janeiros, die in den umliegenden, kühleren Bergregionen ihre Sommerhäuser bauen lassen. Ein frühes Beispiel ist die Anlage, die er für Odette und Júlio Monteiro inmitten der Serra dos Órgãos gestaltet. Vom Gebäude im neokolonialen Stil aus führen geschwungene Wege um einen künstlichen Teich. In organischen Formen angelegte Massenpflanzungen von verschiedenen Pflanzenarten bilden Farbflächen, die sich kontrastieren. Ein wichtiger Aspekt ist die harmonische Eingliederung des Gartens in den an das Tal angrenzenden Nationalpark. Burle Marx bringt das japanische Prinzip der «geborgten Szenerie» (Shakkei) zur Anwendung, das sich in der englischen Gartentradition grosser Beliebtheit erfreut. Hier dient beispielsweise ein Berg ausserhalb des Grundstücks als Szenerie und wird in die Komposition integriert. Die grosse Felsmasse spiegelt sich in kleineren Felsbrocken wider, die im Garten platziert sind. Durch die Zusammenarbeit mit dem Botaniker Henrique Lahmeyer de Mello Barreto orientiert sich Burle Marx bei der Auswahl und Kombination der Pflanzen zunehmend an ökologischen Kriterien. Zudem legt er sein Augenmerk für diesen Garten auf die lokal dominierende Felsflurvegetation, die auf Gneis-Granit wächst.

Für diese Gestaltung gewinnt Burle Marx 1953 den ersten Preis für Landschaftsarchitektur an der Internationalen Architekturausstellung der II. Bienal de São Paulo. Das Projekt wird in der Folge breit rezipiert. 1954 besucht etwa Walter Gropius in Begleitung von Burle Marx den Garten.

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