Digital Guide

8

Rosa-Luxemburg-Platz

1993, Berlin
Landschaftsarchitektur: Roberto Burle Marx (nicht ausgeführt)
Mitarbeit: Haruyoshi Ono, Vera Gavinho

Kurz vor seinem Tod entwickelt Burle Marx zusammen mit Haruyoshi Ono und Vera Gavinho einen Entwurf für den Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin. In Berlin entdeckte er 65 Jahre zuvor die europäische Avantgardekunst und lernte im Botanischen Garten, die brasilianische Flora mit neuen Augen zu sehen. Zudem besuchte er in dieser Zeit viele kulturelle Veranstaltungen, wohl auch in der Volksbühne, die in der Mitte des Rosa-Luxemburg-Platzes thront. Er ist der wegen ihrer Unterstützung der Arbeiterbewegung 1919 ermordeten Politikerin Rosa Luxemburg gewidmet. Im Zuge der Wiedervereinigung Deutschlands soll der Platz aufgewertet werden.

Im Fokus der nicht ausgeführten Gestaltung steht eine mehrfarbige Pflasterung in Weiss, Schwarz, Rot- und Grautönen. Die moderne Formensprache des Pflasters tritt in einen spannungsvollen Dialog mit dem neoklassizistischen Gebäude der Volksbühne. Es werden Spielbereiche, Kioske, Sitzgelegenheiten, Blumenbeete und ein Fliesenwandbild integriert. Zentral vor dem Gebäude ist ein mehrfarbiges Wasserbecken mit Fontänen und Skulpturen mit bunten, wimpelartigen Elementen geplant. Bei der Planung nimmt das Team Rücksicht auf den vorhandenen Baumbestand, und sieht vor, diesen mit Bäumen, Sträuchern und Gräsern zu ergänzen.

Burle Marx erarbeitet im Lauf seiner Karriere verschiedene Projekte in Europa und Nordamerika sowie vereinzelte Projekte in Asien. Der Schwerpunkt seiner Tätigkeit liegt jedoch eindeutig in Brasilien und anderen lateinamerikanischen Ländern.

Schliessen