10
Copacabana
1970–1971, Rio de Janeiro
Landschaftsarchitektur: Roberto Burle Marx
Mitarbeit: Haruyoshi Ono, José Tabacow
Die Copacabana ist ein weiteres grossflächiges Projekt in Rio de Janeiro, das auf einer Aufschüttung errichtet worden ist. Im Gegensatz zum Parque do Flamengo, der von einer Bucht geschützt ist, ist die Copacabana starken Winden und Salzgischt ausgesetzt. Für die Bepflanzung greift Burle Marx daher hauptsächlich auf Palmen und auf widerstandsfähige Bäume zurück, die in die Gestaltung integriert werden. Bereits vor der Vergrösserung durch die Aufschüttung ist die Strasse rege als Strandpromenade genutzt worden. Auch aus diesem Grund verfolgt Burle Marx hier einen anderen Ansatz und legt den Fokus auf die Gestaltung des Bodens. Er nutzt dafür eine Pflasterung mit weissen, roten und schwarzen Pflastersteinen. Zu den Häusern hin und zwischen den Fahrbahnen finden sich abstrakte, dreifarbige Muster. Burle Marx lässt seine Mitarbeiter die Hauseingänge und Garagen der Häuserfront kartieren und integriert diese in seine Gestaltung. Der Streifen zum Strand hin greift das traditionelle portugiesische Wellenmuster auf, das bereits vor der Verbreiterung die Copacabana geprägt hat. Insbesondere durch die ikonisch gewordene Gestaltung der Copacabana ist Burle Marx tief im Bewusstsein der Brasilianer:innen verankert. Von unzähligen Dachterrassen entlang der Copacabana lässt sich die Strandpromenade von oben betrachten.
Zu Beginn der 1990er-Jahre erhält Burle Marx den Auftrag, die Praça Júlio de Noronha zu gestalten, die den Abschluss der Copacabana Richtung Osten bildet.