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Praça dos Cristais
1970–1972, Brasília
Auch: Praça Cívica do Quartel-General do Exército
Landschaftsarchitektur: Roberto Burle Marx
Mitarbeit: Haruyoshi Ono, José Tabacow, Vera Gavinho, Leonardo de Almeida
1956 wird mit dem Bau der neuen Hauptstadt Brasília begonnen – 1960 wird sie eingeweiht. Der Pilotplan stammt von Lucio Costa, Oscar Niemeyer entwirft die öffentlichen Gebäude. 1965 wird Burle Marx hinzugezogen, um eine Reihe von Grünflächen zu gestalten, darunter der Zoologische und Botanische Garten sowie alle Gärten der Ministerien. Das meiste wird jedoch mit Ausnahme einer Handvoll Ministeriumsgärten nicht umgesetzt.
Die dreieckige Praça dos Cristais liegt gegenüber dem Hauptquartier der Armee. Burle Marx setzt weisse und schwarze Pflastersteine zusammen mit Granitsteinplatten ein und kombiniert sie mit rechteckigen Pflanzbeeten, die farblich einen Kontrast bilden. Im wiederkehrenden Element paralleler Streifen klingen Reihen marschierender Soldaten an. Markante, sechseckige Flächen in Schwarz-Weiss markieren die Ecken des Dreiecks. Burle Marx rhythmisiert und strukturiert mit der Pflasterung den Platz, der um eine grosse zentrale Wasserfläche angelegt ist. Die Kristallskulpturen aus Beton, die auf dem Wasserspiegel platziert werden, entwirft Haruyoshi Ono. Sie verweisen auf das reiche Vorkommen von Bergkristallen in dieser Gegend. Auch die Bepflanzung nimmt Bezug auf die Ökoregion des Cerrado, in der Brasília liegt. So säumen beispielsweise Buriti-Palmen (Mauritia flexuosa) das Wasserbecken. Diese Palme wird bis zu 35 Meter hoch und ist damit die grösste, die sich in der brasilianischen Flora findet.