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Malerei

Ab 1928 lebt Roberto Burle Marx mit seinen Eltern und Geschwistern für eineinhalb Jahre in Berlin. Dort taucht der erst 19-Jährige in die Kunstwelt ein. Zum ersten Mal sieht er abstrakte Werke der europäischen Avantgarde im Original. Die Werke von Vincent van Gogh sowie von Pablo Picasso, Paul Klee und Henri Matisse hinterlassen einen nachhaltigen Eindruck. Dies bewegt ihn dazu, Künstler zu werden. Neben Gesangsunterricht besucht er in Berlin die Zeichenschule von Elise Degner Klemm und Malereiunterricht bei Karl Hofer.

Zurück in Rio de Janeiro wird er vom modernistischen Architekten Lucio Costa gefördert. Er beginnt ein Architekturstudium, wechselt aber bald zur Malerei. Er besucht oft das Atelier von Alberto Guignard, einem bedeutenden brasilianischen Maler. Seine frühen künstlerischen Arbeiten sind figurativ – er malt Porträts und Stillleben. 1937 wird er Assistent von Candido Portinari, der für das neue Gebäude des Ministeriums für Bildung und Gesundheit die Freskenmalereien und Fliesenwandbilder realisiert. Burle Marx wird mit dem Entwurf der Gärten beauftragt. In diesem Entwurf zeigt sich bereits eine komplett abstrakte Formensprache mit farbigen organischen Formen, wie er sie in den Gemälden der europäischen Avantgarde gesehen hat. In den kommenden Jahren verbringt Burle Marx seine Vormittage im Atelier und arbeitet nachmittags im Landschaftsarchitekturbüro. Angelehnt an Formen aus der Natur entwickelt er abstrakte Gemälde. Malerei und Landschaftsarchitektur fliessen in Burle Marx’ Kunst ineinander, ohne dass sich das eine auf das andere zurückführen liesse: «Jede Kunstrichtung erfordert ihre eigenen Techniken und Ausdrucksmittel.» Ab Mitte der 1950er-Jahre erkennt man in seinen Gemälden den Einfluss der konkreten Kunst, die sich auch in Brasilien etabliert. Die Kompositionen werden beinahe geometrisch, behalten jedoch seine eigene Handschrift.

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