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Tapisserien
Ab 1953 entwirft Roberto Burle Marx grossformatige Tapisserien, die an Hochwebstühlen handgefertigt werden. Damit trägt er massgeblich zur Etablierung des Mediums innerhalb der modernen brasilianischen Kunst bei. Der erste private Auftrag spiegelt die Begeisterung für moderne Wandteppiche wider, die sich damals innerhalb der brasilianischen Eliten wie auch in den Museen des Landes auszubreiten beginnt. Insbesondere steigt das Interesse für Tapisserien von Künstlern wie Pablo Picasso, Joan Miró, Le Corbusier und Jean Lurçat, die in den traditionsreichen Werkstätten von Aubusson in Frankreich gewebt werden.
1965 kommt es zu einem weiteren Auftrag, der Burle Marx’ textiles Schaffen nachhaltig prägt. Die brasilianische Regierung betraut ihn mit der Gestaltung eines Wandteppichs für den Festsaal des Palácio Itamaraty, des neuen Aussenministeriums in Brasília. Dafür macht er die hier ausgestellten Entwürfe, in denen er die Formen brasilianischer Pflanzenarten und Ökosysteme wie die Caatinga, den Cerrado, die Amazonasregion und den Pantanal aufgreift und ins Abstrakte transformiert. Der Entwurf wird in fünf Teilen von jeweils 5,5 mal 4,2 Metern umgesetzt. Eine weitere Arbeit für ein emblematisches Bauwerk in Brasília ist der Wandteppich für den brasilianischen Nationalkongress.
Die bis heute grösste in Brasilien am Stück gefertigte Tapisserie, von der hier Entwürfe in vier Farbvarianten ausgestellt sind, entsteht 1968 für das Centro Cívico de Santo André in São Paulo und ist 80 Quadratmeter gross. Er gestaltet zahlreiche weitere Wandteppiche für private Auftraggeber.
Für sein Atelier, das erst nach seinem Tod im Jahr 1994 vollendet wird, entwirft er den grossformatigen Wandteppich mit abstrakten Formen, den Sie ebenfalls hier in der Ausstellung sehen können. Obwohl er mit seiner Unterschrift als Querformat zu erkennen ist, hängt er als Hochformat im Ateliergebäude.