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Schmuckdesign
Ab 1955 entwirft Roberto Burle Marx über tausend Schmuckstücke. Sein Bruder Haroldo Raphael, ein in Deutschland ausgebildeter Gemmologe, setzt die Entwürfe um. In der Regel zeichnet Burle Marx die Schmuckstücke im Massstab 1:1 oder vergrössert auf schwarzes Papier. Er kombiniert dabei weissen Farbstift und Gouachefarben, um sie so realistisch wie möglich darzustellen. Die Zeichnungen signiert er am unteren Rand. Die Entwürfe werden daraufhin als Unikate ausgeführt. Viele Juwelier:innen verharren in traditionellen Mustern, und kopieren oder vereinfachen alte Modelle. Burle Marx hingegen wendet sich der Schöpfung neuer Formen zu. Dabei lässt er sich von der abstrakten Kunst, Schmuck der Inka und von kaum bekannten brasilianischen Edelsteinen inspirieren. Auch in dieser Arbeit zeigt sich derselbe revolutionäre Blick, der seinen Umgang mit brasilianischen und tropischen Pflanzen in seiner Landschaftsarchitektur prägt. Es entstehen Schmuckentwürfe mit bislang unterschätzten brasilianischen Edelsteinen wie dem Amazonit, natürlich abgerundeten Quarzen und Turmalinen. Als eine:r der internationalen Vorreiter:innen der modernen Schmuckkunst kämpft Burle Marx für deren Anerkennung als eine zeitgenössische künstlerische Ausdrucksform: Die Schmuckkunst ist mehr als ein bloss mit kostbaren Materialien hantierendes Kunsthandwerk. Der Höhepunkt von Burle Marx’ Tätigkeit als Schmuckdesigner in der ersten Hälfte der 1960er-Jahre manifestiert sich in etlichen Einzelausstellungen sowie bedeutenden Auszeichnungen.