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Wandbilder
1937 assistiert Roberto Burle Marx dem Künstler Candido Portinari bei der Ausführung der Fresken und Fliesenwandbilder für das Ministerium für Bildung und Gesundheit. Burle Marx bekommt so eine Einführung in den Umgang mit der portugiesischen Tradition der Azulejos, bei der weisse Keramikfliesen mit vorwiegend blauer Farbe bemalt werden. In der Folge setzt er mit solchen Fliesenwandbildern einen vertikalen Kontrapunkt in den von ihm entworfenen Gärten. Sie sind oft mit einem Wasserbecken kombiniert, in dem sich das Fliesenbild und die davor angelegte üppige Bepflanzung spiegeln.
Stilistisch lehnt er sich bei seinen frühen Azulejo-Wandbildern an die Figurendarstellungen des englischen Künstlers Henry Moore an, dessen Werke er während einer Reise nach London sah. Beispiele dafür sind Burle Marx’ Wandbilder für die Gärten von Walther Moreira Salles oder Arnaldo Aizim. Die menschlichen Figuren werden immer abstrakter. Um 1950 fertigt er Wandbilder mit geometrischen Kompositionen an, die in seinen Gemälden so noch nicht zu erkennen sind. Er vollzieht damit den Schritt in Richtung der konkreten Kunst, auch wenn weiterhin organische Formen die geometrische Strenge beleben.
In dieser Zeit entstehen auch seine ersten Mosaikwandbilder. Die Gründung mehrerer Glasmosaiksteinfabriken in São Paulo zu jener Zeit erklärt die vermehrte Verwendung dieses Materials. Die neue Technik bietet die Möglichkeit, freier mit Farbe zu experimentieren, und entsprechend ihre Ausdrucksformen zu erweitern.
Bald experimentiert Burle Marx mit der Verwendung eines weiteren neuen Werkstoffs. Er entwickelt geometrische Abstraktionen mit Beton. Der brutalistische Charakter der Reliefbilder, die Burle Marx vorwiegend für den Aussenbereich schafft, markiert auch eine Abkehr von dem durch Fliesen und Mosaiken erzeugten Eindruck der Intimität.